Marielle Giroud

Geburtsdatum: 5. Dezember 1987.
Beruf: OS-Lehrerin.

Wohnort: Granges-Paccot.
Verein: Elfic Freiburg.
Erfolge 2020: Schweizer Meisterin, Siege im Liga- und Schweizer Cup, NLA-MVP, Viertelfinal-Qualifikation im Eurocup.

 

Sie ist schlicht die beste Schweizer Basketballerin aller Zeiten. Über 20 Titel hat Marielle Giroud in ihrer Karriere bereits geholt. Zunächst mit Hélios und seit 2017 mit Elfic Freiburg ist die 34-jährige Walliserin das Mass aller Dinge im Frauen-Basketball. Im Frühling holte sie mit Elfic nicht zum ersten Mal das Triple mit Meisterschaft und den beiden Cup-Pokalen. Natürlich wurde sie zusätzlich als Most Valuable Player ausgezeichnet. Auf Girouds Dominanz wurde man zuletzt auch in der Deutschschweiz aufmerksam. Sie war eine der Kandidaten für die MVP-Auszeichnung bei den Sports Awards, die am letzten Sonntag in Zürich vergeben wurden. Den Sieg trug letztlich Yann Sommer davon. Nur schon nominiert gewesen zu sein, war für Giroud und den Frauen-Basketball aber bereits ein Erfolg.

Auf dem Parkett ist Giroud eine Kämpferin. Sie treibt ihre Mitspielerinnen an und ist regelmässig die beste Skorerin ihres Teams. Ausserhalb der Basketballhalle gehört sie eher zu den ruhigen Zeitgenossinnen. «Es ist ein bisschen wie Yin und Yang», sagt Giroud. «Wenn es nicht wie gewünscht läuft, dann nerve ich mich und werde frustriert. Das müsste nicht sein», sagt Giroud selbstkritisch. Nachdem sie in Martigny mit dem Basketball begonnen hatte, sammelte sie während vier Jahren in den USA Erfahrungen und spielte dort, wo der Frauen-Basketball einen ganz anderen Stellenwert hat als hierzulande. «Dennoch glaube ich, dass das Leben als Profi nichts für mich gewesen wäre. Für mich ist Basketball eine Leidenschaft, aber kein Beruf», hält Giroud, die an der OS Sarine-Ouest Sport und Biologie unterrichtet, fest. Die Ausbildung war denn mitunter auch ein Grund, weshalb sie vor vier Jahren nach Freiburg gezogen ist. «Zwischen Sitten und Biel, wo ich studiert habe, zu pendeln, wäre ein bisschen weit gewesen. Also habe ich geschaut, welche Clubs in der Nähe sind, und Elfic hatte ein gutes Team, zudem spielte es im Europacup.» Auf Clubebene auf dem internationalen Parkett spielen zu können, hatte Giroud in ihrer eindrücklichen Karriere noch gefehlt. «Das wollte ich unbedingt noch erleben, bevor ich meine Laufbahn beende.»

Im Frühling gelang Giroud mit Elfic denn auch Historisches im Eurocup. Elfic stiess bis in den Viertelfinal vor. Das war zuvor noch keiner Schweizer Equipe gelungen. Eine 80-Prozent-Stelle als Lehrerin, daneben Basketball – Giroud räumt ein, dass sie das volle Programm zuweilen belastet. «Die Schule erfordert viel Kraft und Energie.» Trotzdem denkt die 34-Jährige noch nicht ans Aufhören. «Ich habe mir keine Deadline gesetzt. Solange ich noch Spass habe und sich der Sport mit der Schule vereinbaren lässt, sehe ich keinen Grund, zurückzutreten.» Der Palmarès der besten Schweizer Basketballerin dürfte also über die laufende Saison hinaus noch Zuwachs erhalten – alles andere als das neuerliche Triple im nächsten Frühling jedenfalls wäre eine Überraschung.

Marielle Giroud

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